Nach knapp 25 Jahren hat es nun auch das kulinarische und soziale Herzstück der Bonner Republik ins politische Berlin geschafft. Zwar sucht man in der Hauptstadtversion des Bundesbüdchens vergeblich nach Zigaretten, Asterix-Heften oder „Pommes-Pappen“, doch die Atmosphäre erinnert stark an das Original. Auch das Interieur ist angelehnt: Der geflieste Tresen – ein Nachbau des legendären Kiosks – versetzt einen mit etwas Fantasie fast zurück ins politische Bonn der 1980er Jahre. Fast, denn bei aller Nostalgie bleibt auch Raum für Weiterentwicklung – vor allem kulinarisch. Statt Bockwurst vom Grill gibt es im Berliner Bundesbüdchen deutsches Fine Dining mit modernem Twist. Auf der Karte stehen zum Beispiel Allgäuer Käsespätzle mit weißem Kimchi und Apfelmus, Kalbstafelspitz auf Brioche mit Schnittlauchsoße oder Obazda mit marinierten Radieschen und Wasabi-Rauke. Ergänzt wird das Angebot durch Gerichte wie Lammrücken mit Gnocchi, Salbei und Pinienkernen oder mit Oxtail gefüllte Ravioli. Und natürlich gibt es auch einen hervorragenden Mittagstisch – schließlich liegt direkt gegenüber das Bundeswirtschaftsministerium. Manche Dinge ändern sich eben doch nie.
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Bundesbüdchen | Hannoversche Str. 2, 10115 Berlin | Di-Sa 12-14.30 & 18–23.30 Uhr | bundesbuedchenberlin.de | FOTO: @contentley_media/Arash Farahani


