In der rbb-Doku „Berlin Sounds“ reisen wir durch Jahrzehnte Berliner Musikgeschichte. Kaum eine Stadt hat so sehr ihre eigene Soundspur geschrieben. Vom Bau der Mauer in den 1960er Jahren bis zu den frühen 2000ern im wiedervereinten Berlin: Hier treffen wir auf große Namen, fast Vergessene und auf die vielen Umbrüche, die die Berliner Musikszene zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Von Hildegard Knef bis Techno – Berlin war nie nur eine Bühne, sondern immer auch ein Labor. In drei Kapiteln erzählt die Doku von David Bowie in Schöneberg, fast vergessenen Stimmen wie den DDR-„Music Stromers“, den West-Berliner Punkpionieren, der Explosion der Techno-Szene in den 1980er und 1990er Jahren, vom Klang einer Stadt im Aufbruch nach der Wende und schließlich davon, wie Berlin in den 2000ern zum globalen Musik-Hotspot wird. Ob Oper oder Rap, Punk oder Pop – in Berlin war und ist alles möglich. Eine Doku, die Nostalgie aufleben lässt, aber auch die Vielfalt und den Mut einer Stadt feiert, die Musik immer neu denkt.
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Berlin Sounds | ardmediathek.de | FOTO: ARD Mediathek
Eine Stadt voller Musik
Wer ist David Robert Jones?
| Wer ist david robert jones? Okay, David Bowies Berlin-Jahre liegen nun schon fast 40 – in Worten, vierzig – Jahre zurück. Ein Großteil von uns war also noch nicht einmal geboren (räusper) als der schmale Brite mit den unterschiedlichen Pupillen in Begleitung seines Schützlings Iggy Pop durch die Berliner Undergroundbars tingelte. Aber: Bowie und Berlin, das passt irgendwie. Als gäbe es eine tiefe, unausgesprochene Verbindung zwischen der Stadt und dem Menschen, nicht der Figur. “Where are we now?“ fragt der Musiker in seiner im letzten Jahr erschienenen, sehr leisen, sehr ernsten Hymne an diese unsere, längst vergangene Stadt und schaut dabei etwas wehmütig zurück. Jetzt wächst zusammen was zusammen gehört. Ab dem 20. Mai macht die vom Londoner Victoria and Albert Museum kuratierte, umfassende Retrospektive der Pop- und Stilikone Station im Berliner Martin Gropius Bau. Handschriftliche Texte, Originalkostüme, Fotografien, Filme und Musikvideos, Set-Designs sowie Bowies eigene Instrumente, Album-Cover und persönliche Sammlungsstücke, die Ausstellung zeigt 300 ausgewählte Objekte aus dem bisher unveröffentlichten Schatz des David Bowie Archive. Die Frage nach dem Jetzt ist eben auch immer eine Frage danach woher wir kommen. Wer Bowie bisher verpasst hat, sei es aufgrund des eigenen Geburtsjahres oder anderer musikalischer Idole (Ace of Base, Roxette, DJ Bobo), sei diese Ausstellung wärmstens empfohlen. Allen anderen sowieso. Weshalb? Ich verstehe die Frage nicht. Traum und Wirklichkeit? Kunst und Persönlichkeit? Geschlechtliche und sexuelle Identität? David Bowie, alias der Thin white Duke alias Aladdin Sane, alias Ziggy Stardust, alias das Chameleon der Popgeschichte lässt Grenzen verwischen oder schafft sie kurzerhand ganz ab. Seit Jahrzehnten hinterfragt der Meister der Transzendenz künstlerische und gesellschaftliche Gesetzmäßigkeiten radikaler und avangardistischer, als es ein Vollbart in Wurstpelle je könnte und wird dabei selbst immer wieder zum Mischwesen seiner Inszenierung. Es ist David Bowie, deshalb._____ |
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