Mal ehrlich: Die meisten Kochbücher stehen am Ende doch oft nur dekorativ im Regal. Hübsch anzusehen, aber gekocht wird daraus eher selten. Max Strohe möchte dies unbedingt ändern. Der Berliner Sternekoch – bekannt aus seinem Kreuzberger Restaurant Tulus Lotrek, aus Formaten wie Kitchen Impossible oder als Juror der Küchenschlacht – hat mit „Dirty Bistro“ sein erstes Kochbuch geschrieben. Und der Titel verrät ziemlich genau worum es geht: Essen, das Spaß macht. Mit Sauce, mit Crunch, mit allem, was tropfen, knistern oder schmatzen darf. Die Rezepte stammen aus dem gleichnamigen sonntäglichen Pop-up-Format in seinem Restaurant, bei dem Strohe klassische Bistroküche auf den Tisch bringt – allerdings mit ordentlich Wumms! Da stehen Steak au poivre, Bouillabaisse oder Kroketten neben Gerichten wie Pulled-Tuna-Kroketten oder Kokos-Eis mit crunchy Chili-Öl. Bistroküche, ja. Aber eben Strohe-Style. Die Gerichte sind kräftig, üppig und ziemlich genussfreudig – genau die Art von Essen, die man am liebsten mit vielen Menschen am Tisch teilt. Wer jetzt Lust bekommen hat selbst den Kochlöffel zu schwingen: Wir verlosen ein Exemplar unter allen, die uns bei Instagram folgen und das aktuelle Gewinnspiel-Posting mit „Dirty Bistro“ kommentieren.
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Dirty Bistro | 35 € | dorlingkindersley.de | FOTO: Dorling Kindersley Verlag
Dirty Bistro
La Grande Bouffe
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La Grande BouffeSie sind in aller Munde: Das Hirsch-Tartar, der Räucheraal oder das royale Spiegelei von Tulus Lotrek. Und natürlich die Kreateure selbst. Erst im November öffnete das Speiselokal seine Türen in Kreuzkölln, und schon tritt es an, der Ära der nouvelle cuisine ein- für allemal ein lautes Au revoir hinterher zu schmettern. Subtil-vegetale Geschmacksneutralität ist hier nicht. Vielmehr ist stilvolle Völlerei die Ansage von Gastgeberin Ilona Scholl und Küchenchef Maximilian Strohe. Namensinspirator Henri de Toulouse-Lautrec hätte seine wahre Freude daran. Der Post-Impressionist ließ damals keine Party im Pigalle aus. Auch die bis zu zwölf Gläser Port, die der Bohémien täglich für seine innere und äußere Balance benötigte, animiert das Gastro-Duo in Berlin zu einer gewaltigen Weinauswahl. Und sie beweisen uns gekonnt: Manchmal muss man sich nicht zwischen Qualität und Quantität entscheiden. Das Versprechen »Wir sorgen schon heute für Ihren Kater von morgen« wird hier nicht mit wenigen Schlucken billigen Schnaps gehalten, sondern mit edlen Köstlichkeiten wie zum Beispiel einem 2006er Shiraz aus dem Barossa Valley. Der Tropfen ist geschwängert mit einem hauch von Tragik: Die Rebe leidet am »Dead-arm Disease«, bildet keine neuen Triebe aus und speichert daher alles an Sonne und Bodenschätzen in klitzekleinen Träubchen, was zu haben ist. Der Anti-Minimalismus zieht sich konsequent durch: So opulent wie die Gastronomie ist auch die üppige Tapete im gemütlichen Lokal. Ohne Angst vor falschem Benehmen dürfen wir hier auch mal genüsslich die Sauce vom Tellerrand lecken. Die Askese hat ein Ende. Und – ganz ehrlich – wir sind dankbar. |


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